Brauchen Frauen anderes Protein als Männer? Dr. Anna Falk erklärt die Wissenschaft hinter der "Pink Tax", Abnehm-Shakes und warum Muskelphysiologie universell ist.
Geh in irgendeinen Supplement-Shop, und du siehst eine zweigeteilte Welt.
Auf der linken Seite stehen schwarze Dosen mit roter Schrift, Flammen und Namen wie „Beast Mode“, „Domination“ oder „Mass Destruction“. Auf der rechten Seite stehen schlanke weiße oder rosa Dosen mit geschwungenen Schriften und Namen wie „Slim“, „Tone“ oder „Glow“.
Dieses Regal erzählt uns eine Geschichte: Männer müssen riesig, aggressiv und definiert sein. Frauen müssen klein, „gestrafft“ und zierlich sein.
Beide Seiten des Regals verkaufen dieselbe Lüge. Sie verkaufen eine Ästhetik, keine Gesundheit. Sie verkaufen Unsicherheit, keine Physiologie.
Als Chemikerin betrachte ich Protein anders. Ich sehe kein „Männerprotein“ oder „Frauenprotein“. Ich sehe Aminosäuren. Und ich kann dir sagen: Muskelgewebe hat kein Geschlecht.
Die „Pink Tax“ auf Protein
Eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme, ist: „Warum hat WAM keine ‚Women‘s‘ Version mit extra Eisen oder Biotin?“
Die Antwort ist einfach: Weil das Hinzufügen wahlloser Vitamine zu einem Proteinshake ihn für Frauen nicht besser macht. Es macht ihn meistens nur teurer.
Das ist ein klassischer Marketing-Trick. Marken nehmen ein Standard-Proteinpulver, streuen billige synthetische Vitamine hinein (wie Eisen oder B12), kleben ein rosa Etikett darauf und verlangen 20 % mehr.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist das aus zwei Gründen problematisch:
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Bioverfügbarkeit: Mineralien wie Eisen konkurrieren um die Aufnahme. Sie einfach in eine komplexe Lebensmittelmatrix zu werfen, garantiert nicht, dass dein Körper sie tatsächlich aufnimmt.
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Das Überdosierungs-Risiko: Wenn du bereits ein Multivitamin nimmst, angereicherte Pflanzenmilch trinkst und dann noch einen angereicherten Shake zu dir nimmst, riskierst du eine Überdosierung bestimmter Mikronährstoffe.
Proteinpulver hat einen Job: Aminosäuren für die Muskelreparatur zu liefern. Deine Mikronährstoffe sollten aus einer abwechslungsreichen Ernährung oder gezielter Supplementierung kommen, nicht aus einem Marketing-Gimmick in deinem Shake.
Der Mythos von „Skinny“ vs. „Beast“
Das geschlechtsspezifische Marketing schadet allen, weil es schädliche Stereotypen darüber befeuert, wie ein „gesunder“ Körper auszusehen hat.
Die „Skinny“-Falle: Produkte, die an Frauen vermarktet werden, behaupten oft, „Slimming“ (schlankmachend) oder „Low Carb“ zu sein. Hier ist die chemische Realität: Hochwertiges Proteinisolat ist bereits Low Carb und fettarm. Genau das bedeutet „Isolat“ – wir haben das Protein vom Rest isoliert. Wenn eine Marke einen „Abnehm-Shake“ verkauft, bekommst du oft kein besseres Protein. Oft bekommst du weniger Protein (10–15g) und dafür mehr Füllstoffe (wie Glucomannan oder Gummi), die deinen Magen aufblähen, damit du dich voll fühlst. Es ist kein Treibstoff; es ist ein Werkzeug zum Hungern.
Die „Beast“-Falle: Auf der anderen Seite wird Männern verkauft, dass ein Sixpack gleichbedeutend mit Gesundheit ist. Ist es nicht. Du kannst 4 % Körperfett haben und unglücklich sein, hormonell aus dem Gleichgewicht und ungesund. Das Jagen einer extremen Ästhetik führt oft zu gestörtem Essverhalten und psychischen Problemen – bei Männern genauso wie bei Frauen.
Muskeln sind das Organ der Langlebigkeit (Für alle)
Wenn wir die rosa und schwarzen Etiketten entfernen, bleibt die biologische Wahrheit.
Der Muskel ist das Organ der Langlebigkeit. Skelettmuskulatur bewegt uns nicht nur; sie reguliert unseren Blutzucker, unterstützt unser Immunsystem und schützt unsere Knochen.
Obwohl dies für alle Geschlechter gilt, steht für Frauen vielleicht sogar noch mehr auf dem Spiel – nicht weil ihre Muskeln anders sind, sondern weil ihre Risiken es sind.
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Historisch gesehen betreiben weniger Frauen Krafttraining aus Angst, „zu massig“ zu werden (ein Mythos, der durch das „Slim“-Marketing befeuert wird).
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Hormonelle Veränderungen (speziell die Menopause) beschleunigen den Verlust von Knochendichte und Muskelmasse.
Frauen brauchen kein „Light“-Protein. Sie brauchen potentes, effektives Protein, um ihre langfristige Gesundheit zu schützen. Sie brauchen dieselbe anabole Unterstützung wie Männer, um die Kraft aufzubauen, die sie auch mit 80 noch unabhängig macht.
Die universelle Formel
Als ich WAM formulierte, ignorierte ich die Marketing-Trends und schaute auf die menschlichen Daten.
Die menschliche Muskelproteinsynthese benötigt spezifische Auslöser. Es ist egal, ob du dich als männlich, weiblich oder nicht-binär identifizierst – deine Muskeln brauchen:
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Ein vollständiges Profil: Ein volles Spektrum an essentiellen Aminosäuren.
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Die Dosierung: Mindestens 20g Protein pro Portion.
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Den Auslöser: Etwa 2,5g Leucin, um den Reparaturprozess zu starten.
Genau das liefert WAM. Etwa 21g Protein und 2,5g Leucin pro 30g Portion.
Wir haben es nicht entwickelt, um dich „skinny“ zu machen. Wir haben es nicht entwickelt, um dich zum „Beast“ zu machen. Wir haben es entwickelt, um dich funktional, stark und gesund zu machen.
Denn dein Proteinpulver sollte dein Leben unterstützen, nicht deine Unsicherheiten.


