Direkt zum Inhalt
Suchen
Warenkorb
Glas Gurkenwasser mit Strohhalm neben einer Schale Gewürzgurken – hilft Gurkenwasser bei Krämpfen?

Hilft Gurkenwasser gegen Krämpfe? Was die Studien wirklich zeigen

Gurkenwasser kann einen akuten Muskelkrampf verkürzen – dass es Krämpfen vorbeugt, ist dagegen nicht belegt. In einer Studie endeten Krämpfe nach etwa 75 ml Gurkenwasser im Schnitt 49 Sekunden früher als nach Wasser. Der Effekt entsteht vermutlich durch einen Reflex im Mund- und Rachenraum, nicht durch Salz oder Elektrolyte. Hier erfährst du, wie es wirkt, wie viel du brauchst und was sonst gegen Krämpfe hilft.

Was ist ein Muskelkrampf beim Sport?

Ein Muskelkrampf ist eine plötzliche, unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktion eines Muskels, die sich nicht von selbst löst. Beim Sport trifft es am häufigsten Wade, Oberschenkel und Fuß. Fachleute sprechen von belastungsassoziierten Muskelkrämpfen (exercise-associated muscle cramps, EAMC). Sie treten typischerweise bei intensiver oder ungewohnt langer Belastung auf, oft gegen Ende eines Trainings oder Wettkampfs.

Lange galten Flüssigkeitsverlust und Elektrolytmangel als Hauptursache. Die Studienlage stützt das nur begrenzt: Mehr Flüssigkeit und Elektrolyte verhinderten Krämpfe in einer Studie von Jung et al. (2005) nicht, sie traten nur etwas später auf [1]. Auch ein Flüssigkeitsverlust von 3 % des Körpergewichts machte Muskeln in einer Laborstudie nicht krampfanfälliger [3].

Heute gilt eine gestörte neuromuskuläre Steuerung als wahrscheinlichste Erklärung: Ermüdete Muskeln senden verstärkt erregende Signale ans Rückenmark, während hemmende Signale nachlassen. Die Nervenzellen, die den Muskel ansteuern, feuern dann unkontrolliert weiter [2]. Genau an diesem Punkt setzt die Theorie zum Gurkenwasser an.

Hilft Gurkenwasser gegen Krämpfe? Was die Studie zeigt

Ja, zumindest bei einem bereits laufenden Krampf gibt es Hinweise darauf. Die wichtigste Studie stammt von Miller et al. (2010) [4]. Zehn junge Männer wurden zunächst durch Training um etwa 3 % ihres Körpergewichts entwässert. Anschließend lösten die Forschenden per Elektrostimulation einen Krampf in einem kleinen Fußmuskel aus. Beim zweiten Krampf tranken die Teilnehmer sofort 1 ml pro Kilogramm Körpergewicht Gurkenwasser oder Wasser – im Schnitt etwa 74 ml.

KrampfdauerVor dem TrinkenNach dem Trinken
Gurkenwasser153 Sekunden85 Sekunden
Wasser152 Sekunden134 Sekunden

Nach Gurkenwasser endete der Krampf also im Schnitt 49 Sekunden früher als nach Wasser, also rund 37 % schneller. Die Krampfstärke selbst änderte sich nicht. Wichtig sind auch die Grenzen der Studie: Sie umfasste nur zehn Männer, die Krämpfe wurden künstlich ausgelöst und nicht beim Sport, und vorbeugendes Trinken wurde gar nicht untersucht.

Warum wirkt Gurkenwasser so schnell?

Gurkenwasser wirkt vermutlich über einen Reflex im Mund- und Rachenraum, nicht über die Inhaltsstoffe im Blut. Dafür sprechen zwei Beobachtungen aus der Studie: Der Krampf löste sich innerhalb von gut einer Minute, also lange bevor Salz oder Elektrolyte aus dem Magen ins Blut gelangen können. Und fünf Minuten nach dem Trinken hatte sich die Zusammensetzung des Blutplasmas kaum verändert [4].

Die Forschenden vermuten, dass die saure, salzige Flüssigkeit Rezeptoren in Mund und Rachen reizt. Über das Nervensystem dämpft dieser Reiz dann die überaktiven Nervenzellen, die den verkrampften Muskel ansteuern. Eine ähnliche Idee steckt hinter scharfen „Anti-Krampf-Shots“ mit Zimt, Ingwer oder Capsaicin: In einer Studie von Craighead et al. (2017) verzögerte so ein Getränk das Auftreten von Wadenkrämpfen und schwächte sie ab [7]. Belegt ist der Mechanismus bisher aber nicht abschließend.

Wie viel Gurkenwasser hilft und wann trinkst du es?

In der Studie wirkte 1 ml Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht – bei 60 kg also etwa 60 ml, bei 80 kg etwa 80 ml. Getrunken wurde es direkt zu Beginn des Krampfes. Größere Mengen bringen nach heutigem Wissen keinen zusätzlichen Vorteil, liefern aber deutlich mehr Salz.

Eine Analyse von Hooper Marosek et al. (2020) hat gemessen, wie viel Essigsäure verschiedene Hausmittel enthalten, und daraus Mengen berechnet, die der Essigsäure aus der Gurkenwasser-Studie entsprechen [5]. Ob diese Alternativen genauso wirken, wurde dabei nicht getestet:

  • Gurkenwasser: rund 74 ml, wie in der Studie.
  • Gelber Senf: je nach Marke 1,5 bis 3 kleine Portionspäckchen.
  • Apfelessig: etwa ein Teelöffel – geschmacklich aber für viele zu intensiv.
  • Sportgetränke: enthalten kaum Essigsäure. Sie helfen beim Ausgleich von Flüssigkeit und Elektrolyten, aber vermutlich nicht gegen einen akuten Krampf.

Welches Gurkenwasser eignet sich?

In der Studie wurde der Aufguss klassischer Essiggurken verwendet, also eine Salz-Essig-Lake. Genau so ein Aufguss aus dem Glas Gewürz- oder Essiggurken ist die naheliegendste Wahl. Milchsauer vergorene Gurken enthalten statt Essigsäure vor allem Milchsäure und wurden nicht untersucht. Fertige „Pickle Juice“-Shots für den Sport sind praktischer zu transportieren, folgen aber demselben Prinzip.

Beachte den Salzgehalt: Gurkenwasser ist sehr salzig. Wenn du auf deine Salzzufuhr achten musst, etwa wegen Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung, lass dich vorher ärztlich beraten.

Was hilft sonst gegen Muskelkrämpfe?

Bei einem akuten Krampf ist Dehnen die einfachste und am besten bewährte Maßnahme: Zieh bei einem Wadenkrampf die Fußspitze sanft Richtung Schienbein und halte die Dehnung, bis der Krampf nachlässt. Langfristig senken ein angepasstes Training, gute Vorbereitung auf lange Belastungen und ausreichendes Trinken das Risiko, dass Muskeln frühzeitig ermüden.

Zwei verbreitete Hausmittel sind weniger hilfreich als ihr Ruf. Ein Cochrane-Review von Garrison et al. (2020) kam zu dem Schluss, dass Magnesium älteren Erwachsenen mit gewöhnlichen Muskelkrämpfen wahrscheinlich keinen spürbaren Schutz bietet [8]. Chinin kann Krämpfe zwar etwas reduzieren, hat aber teils schwere Nebenwirkungen [6]. Es ist deshalb nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich, und die Menge in Tonic Water reicht für eine Wirkung nicht aus.

Wenn Krämpfe sehr häufig auftreten, auch in Ruhe oder nachts, oder sehr lange anhalten, lass die Ursache ärztlich abklären. Dahinter können auch Medikamente oder Erkrankungen stecken.

FAQ: Häufige Fragen zu Gurkenwasser gegen Krämpfe

Wie schnell wirkt Gurkenwasser gegen Krämpfe?

In der Studie von Miller et al. (2010) endete ein Krampf nach dem Trinken von Gurkenwasser im Schnitt nach rund 85 Sekunden, nach Wasser erst nach gut 2 Minuten [4]. Der schnelle Effekt spricht dafür, dass ein Reflex im Mund- und Rachenraum wirkt und nicht die aufgenommenen Mineralstoffe.

Kann ich Gurkenwasser vorbeugend gegen Krämpfe trinken?

Dafür gibt es bisher keine Belege. Untersucht wurde nur das Trinken während eines bereits laufenden Krampfes. Wenn der Effekt tatsächlich über einen kurzen Reflex läuft, ist eine vorbeugende Wirkung über längere Zeit eher unwahrscheinlich.

Hilft Gurkenwasser bei nächtlichen Wadenkrämpfen?

Das wurde nicht untersucht. Nächtliche Wadenkrämpfe in Ruhe unterscheiden sich von Krämpfen beim Sport und haben oft andere Ursachen. Sanftes Dehnen der Wade hilft im Akutfall. Treten sie häufig auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Welches Gurkenwasser hilft gegen Krämpfe?

In der Studie wurde der Essigaufguss klassischer Essiggurken verwendet, also das Wasser aus dem Gurkenglas. Entscheidend scheint der saure Geschmack zu sein. Milchsauer vergorene Gurken wurden nicht untersucht. Fertige Pickle-Juice-Shots funktionieren nach demselben Prinzip.

Ist Gurkenwasser gesund?

In kleinen Mengen ist Gurkenwasser für gesunde Menschen unproblematisch, es ist aber sehr salzig. Wer auf seine Salzzufuhr achten muss, etwa bei Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen, sollte es nur nach ärztlicher Rücksprache regelmäßig trinken.

Fazit: Gurkenwasser gegen Krämpfe

Gurkenwasser kann einen akuten Muskelkrampf verkürzen: In einer kleinen Studie endeten Krämpfe nach etwa 75 ml im Schnitt 49 Sekunden früher als nach Wasser. Der Effekt beruht wahrscheinlich auf einem Reflex im Mund- und Rachenraum, nicht auf Salz oder Elektrolyten. Eine vorbeugende Wirkung ist nicht belegt. Wer beim Sport zu Krämpfen neigt, kann ein kleines Fläschchen Gurkenwasser in die Sporttasche packen und im Ernstfall zusätzlich dehnen.

WAM Protein – veganes Proteinpulver mit Leucin, ohne Sucralose

Quellen

[1] Jung AP, Bishop PA, Al-Nawwas A, Dale RB. Influence of Hydration and Electrolyte Supplementation on Incidence and Time to Onset of Exercise-Associated Muscle Cramps. J Athl Train. 2005;40(2):71–75.

[2] Schwellnus MP. Cause of exercise associated muscle cramps (EAMC) – altered neuromuscular control, dehydration or electrolyte depletion? Br J Sports Med. 2009;43(6):401–408.

[3] Miller KC, Mack GW, Knight KL, et al. Three percent hypohydration does not affect threshold frequency of electrically induced cramps. Med Sci Sports Exerc. 2010;42(11):2056–2063.

[4] Miller KC, Mack GW, Knight KL, et al. Reflex inhibition of electrically induced muscle cramps in hypohydrated humans. Med Sci Sports Exerc. 2010;42(5):953–961.

[5] Hooper Marosek SE, Antharam V, Dowlatshahi K. Quantitative Analysis of the Acetic Acid Content in Substances Used by Athletes for the Possible Prevention and Alleviation of Exercise-Associated Muscle Cramps. J Strength Cond Res. 2020;34(6):1539–1546.

[6] El-Tawil S, Al Musa T, Valli H, et al. Quinine for muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(4):CD005044.

[7] Craighead DH, Shank SW, Gottschall JS, et al. Ingestion of transient receptor potential channel agonists attenuates exercise-induced muscle cramps. Muscle Nerve. 2017;56(3):379–385.

[8] Garrison SR, Korownyk CS, Kolber MR, et al. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2020;9:CD009402.

Dr. Anna Falk, founder of WAM and PhD chemist

written by

Dr. Anna Falk- Promovierte Chemikerin & Gründerin

Ich bin Chemikerin und Sportlerin – und hatte irgendwann genug von Proteinpulvern, die wie flüssige Bonbons schmecken und mit einer Extraportion Diätkultur daherkommen. Nach 12 Jahren in Forschung und Produktentwicklung habe ich WAM gegründet, um das herzustellen, was ich nirgends finden konnte: vegane Sporternährung, die wirklich auf Wissenschaft basiert. Jede Rezeptur ist mit Leucin für die Muskelproteinsynthese angereichert und kommt ohne künstliche Süßungsmittel aus – weil gute Nahrungsergänzung keine Kompromisse bei Inhaltsstoffen oder Geschmack erfordern sollte.

Mein Ziel? Produkte, die deine Kraft und langfristige Gesundheit unterstützen. Ohne Schuldgefühle, ohne Schnickschnack.